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Stadt Wittenberge findet in Fernost Lösung für ein vor allem radtouristisches Problem
Neue Brücke für Radfahrer kommt aus China
Text und Bild von Susanne Bohlander
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Spätestens an der alten
Eisenbanhbrücke über die Elbe
bei Wittenberge endeten in der
vergangenen Fahrradsaison die
Freuden aller Freizeitradler
und Elberadtouristen. Offi ziell
ist die Brücke seither für
Radfahrer nicht mehr nutzbar
(die Volksstimme berichtete).
Die Lösung des Problems
kommt nun aus Fernost. Der
Weg übers Wasser führt seit
zwei Wochen über eine Ponton-
Brücke aus Kunststoffquadern,
gebaut im fernen China.
Stendal/Wittenberge. Gute
Nachricht für alle Radfahrer
und Fußgänger: Die direkte
Verbindung vom Landkreis
Stendal über die Elbe-Eisenbahnbrücke
nach Wittenberge
ist wieder frei. Seit 7. Mai, ist
die Prignitz nun wieder auf
einem angenehmen und sicheren
Weg für alle Nicht-Motorisierten
erreichbar. Eine
Ponton-Brücke aus dem fernen
China macht es möglich. Die
mobile Brücke wird neben dem
Karthane-Schöpfwerk bei
Wallhöfe am Ufer befestigt.
„Die einzelnen Brückenbauteile
werden wie Lego-Bausteine zusammengesteckt“,
beschreibt
Hubert Mackel, Bauamtsleiter
in Wittenberge, die neue Konstruktion.
Die Brückenteile, jeweils
50 mal 50 Zentimeter
groß, bestehen aus Kunststoff,
schwimmen auf der Wasseroberfl
äche und wachsen gewissermaßen
mit der Wasserhöhe mit. Drei Meter ist die Pontonbrücke
breit, inklusive Geländer
rechts und links. Gute Wege
sind ebenfalls vorhanden. Vom
Wittenberger Industriegebiet
Süd zum Schöpfwerk führt eine
neue bestens ausgebaute Straße.
Die Tore, die das Areal bei
Nacht absperren, sind jeweils
von 5 Uhr bis 22 Uhr geöffnet.
Die Pontonbrücke ist von der
Stadt Wittenberge gemietet.
Die Gesamtkosten belaufen
sich auf 30 000 Euro. Wenn die
neue Brücke über die Stepenitz
Anfang kommenden Jahres fertig
ist und der Umweg über das
Schöpfwerk wegfällt, kann die
Stadt ihre ausgeliehene Pontonbrücke
wieder an die Herstellerfi
rma zurückgeben. Und
welche Farbe hat die neue Brücke?
Blau, grün oder orange
wäre möglich gewesen, so der
Bauamtsleiter. Aus Kostengründen
habe man sich aber für
grau entschieden.
Seit Oktober letzten Jahres
war für Radfahrer und Fußgänger
der Weg von der altmärkischen
Seite der Elbe nach
Wittenberge äußerst mühsam.
Denn damals wurde im Zuge
des Hafenausbaus in Wittenberge
die Brücke über die Stepenitz
abgerissen. Der Wegfall
der direkten Verbindung nach
Wittenberge über die Eisenbahnbrücke
hatte auf beiden
Seiten der Elbe für großen Ärger
gesorgt. Altmärker, die per
Fahrrad nach Wittenberge
wollten,
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Die Radler haben die neue Ponton-Brücke aus grauen Kunststoffquadern bereits in Besitz genommen. Sie
kam pünktlich zum Start in die neue Radsaison.
Foto: Andrea Schröder
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mussten den gefährlichen
Weg über die Autobrücke
nehmen, wo es noch nicht einmal ein Überholverbot gibt
und Autos auch mitten auf der
Brücke trotz entgegenkommender
Radler riskant überholen. Den Ankündigungen der beiden
Landkreise Prignitz und
Stendal, auf der Brücke eine
Geschwindigkeitsbeschränkung
im Interesse der Radfahrer
einzuführen, folgten keine
Taten. Und auch auf das von
beiden Landkreisen angekündigte
Warnschild „Vorsicht
Radfahrer“ wartet man bisher
vergeblich.
Die Zugverbindung von Geestgottberg
nach Wittenberge ist ebenfalls keine wirkliche Alternative,
da sie erstens mit einem
Kostenaufwand verbunden ist,
und auch zeitlich sehr einschränkt,
da diese einzige Nord-
Süd-Verbindung am Wochenende
nur alle zwei Stunden
verkehrt.
Auch die Einwohner auf
Prignitzer Seite, in Garsedow,
Lütjenheide und Zwischendeich
werden sich über die Pontonbrücke
freuen. Dort hatte man
den insbesondere für Schulkinder
unzumutbaren Umweg
von 20 Kilometern kritisiert.
Autofahrer hatten sich über den
Mehraufwand an Treibstoff beschwert.
Wichtig ist die jetzt installierte
neue
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Pontonbrücke auch
für die vielen Elberadweg-Touristen,
für die die Saison jetzt
wieder begonnen hat. Für die
Stadt Wittenberge hätte der
Wegfall dieser direkten Verbindung
in die Stadt erhebliche finanzielle Einbußen bedeutet,
denn der Fahrradtourismus ist
mittlerweile zum unverzichtbaren
Wirtschaftsfaktor für
Wittenberge und die Region geworden. Die Fährverbindung, die die
Stadt Wittenberge für die Dauer
der Bauarbeiten ebenfalls
geprüft hatte, kommt nicht
mehr in Frage. Die gesetzlichen
Auflagen für die kurze Strecke
vom Königsdeich zum schräg
gegenüber liegenden Sportboothafen
seien zu hoch gewesen,
erklärt Hans-Jürgen Dollefeld,
Geschäftsführer des
Wittenberger Kultur- und Tourismusbetriebes.
Diese landschaftlich
sehr reizvolle Fährverbindung
direkt zu den
Ausflugs-lokalen am Hafen wäre
eine weitere Attraktion am Elberadweg
gewesen. Nun gibt es
immerhin die Pontonbrücke aus
Fernost, die die Radler wieder
sicher ans andere Ufer bringt. |
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